Glasfaser-Patchkabel LC/LC Singlemode OS2 oder Multimode: Welches LWL-Kabel passt zu Switch, SFP-Modul und Router?

Bei Glasfaser reicht es nicht, dass der Stecker in die Buchse passt. Das Kabel muss zum Fasertyp und zur Wellenlänge des Moduls passen, sonst gibt es keinen oder einen instabilen Link. Hier steht, woran Sie die richtige Wahl erkennen und was Sie prüfen, wenn trotz Kabel nichts leuchtet.

Woran erkenne ich, ob mein SFP-Modul Singlemode oder Multimode braucht?

Die Antwort steht auf dem Modul selbst oder im Datenblatt. Meist ist ein Aufkleber mit der Typbezeichnung und der Wellenlänge aufgedruckt. Module für Singlemode tragen oft Kürzel wie LX, LR oder ZR und arbeiten typischerweise mit 1310 nm oder 1550 nm. Module für Multimode heißen häufig SX oder SR und nutzen in der Regel 850 nm. Steht auf dem Modul „SMF“, ist Singlemode gemeint, bei „MMF“ Multimode.

Sehen Sie nur eine Herstellerbezeichnung ohne klare Angabe, suchen Sie die Typnummer im Datenblatt. Raten Sie nicht anhand der Optik: Die Module sehen von außen praktisch gleich aus. Bei Medienkonvertern und Routern mit festem Glasfaserport gilt dasselbe: Datenblatt oder Typenschild prüfen.

Was bedeuten OS2, OM3 und OM4 genau?

OS2 bezeichnet Singlemode-Faser mit 9/125 µm, also 9 µm Kerndurchmesser und 125 µm Manteldurchmesser. Sie ist für lange Strecken und für Anschlüsse von Netzbetreibern die übliche Wahl. Die Patchkabel sind meist gelb.

OM3 und OM4 sind Multimode-Fasern mit 50/125 µm Kern. Sie eignen sich für kürzere Strecken, etwa im Serverraum oder Gebäude, und sind meist türkis (aqua). OM4 hat höhere Bandbreitenreserven als OM3, an kurzen Patchstrecken fällt der Unterschied aber selten ins Gewicht. Wichtig ist die Strecke zwischen Modul und Gegenstelle: Die maximale Reichweite hängt vom Modul und der Datenrate ab und steht im Datenblatt des Moduls.

Was bedeuten LC/LC, Duplex und LSZH?

LC ist der kleine Steckertyp mit Rastnase, wie er an fast allen SFP- und SFP+-Modulen sitzt. „LC/LC“ heißt: An beiden Kabelenden sitzt ein LC-Stecker. Wenn Ihre Gegenstelle SC oder E2000 nutzt, brauchen Sie stattdessen ein Kabel mit passendem Stecker auf der anderen Seite.

Duplex bedeutet, dass zwei Fasern im Kabel liegen, eine zum Senden und eine zum Empfangen. Das ist bei den meisten SFP-Modulen der Standard. Ausnahme sind sogenannte BiDi-Module, die über nur eine Faser senden und empfangen. Diese arbeiten paarweise mit unterschiedlichen Wellenlängen und brauchen ein Simplex-Kabel. Prüfen Sie das also vorab.

LSZH steht für „Low Smoke Zero Halogen“: Der Mantel ist halogenfrei und entwickelt im Brandfall weniger Rauch. Für Büros, Serverräume und Gebäudeinstallationen ist das eine sinnvolle Wahl. Für ein Singlemode-Patchkabel in dieser Ausführung passt zum Beispiel das LWL Patchkabel LC/LC Duplex 1m OS2 Singlemode 9/125 LSZH gelb – etwa für die kurze Verbindung zwischen Medienkonverter und Router.

Welche Länge ist sinnvoll?

Messen Sie den tatsächlichen Kabelweg, nicht die Luftlinie, und geben Sie Reserve für Biegungen und spätere Umsteckarbeiten dazu. Im Rack genügt oft ein Meter oder weniger, zwischen benachbarten Racks etwas mehr. Zu stramm gespannte Kabel und enge Knicke erhöhen die Dämpfung und können die Faser beschädigen. Bleiben Sie deshalb bei großzügigen Biegeradien und lassen Sie überschüssige Länge in lockeren Schlaufen ablegen, nicht in engen Wicklungen.

Die Länge selbst ist bei Patchkabeln selten der Engpass. Entscheidend ist, dass die gesamte Strecke inklusive Steckverbindungen innerhalb der Reichweite des Moduls liegt.

Warum sind gelbe und türkise Kabel nicht austauschbar?

Die Farben stehen für unterschiedliche Fasertypen. Singlemode-Faser hat einen sehr dünnen Kern von 9 µm, Multimode 50 µm. Bei Singlemode-Modulen an Multimode-Kabel kann es zwar manchmal funktionieren, die Verbindung ist dann aber unzuverlässig und nicht spezifiziert. In der Gegenrichtung, also Multimode-Modul an Singlemode-Kabel, verliert die Strecke stark an Leistung oder bricht ab. Zusätzlich sind die Wellenlängen unterschiedlich ausgelegt.

Bauen Sie die Strecke daher durchgängig mit einem Fasertyp auf. Mischen Sie an einer Strecke nicht Singlemode und Multimode, und achten Sie auf identische Modultypen an beiden Enden.

Was tun, wenn trotz Kabel kein Link aufgebaut wird?

Gehen Sie der Reihe nach vor:

1. Wellenlänge und Modultyp: Müssen beide Module zusammenpassen? Ein SX-Modul (850 nm) spricht nicht mit einem LX-Modul (1310 nm). Bei BiDi-Modulen muss das Gegenstück die komplementäre Wellenlänge haben. 2. Fasern vertauscht: Bei Duplex muss das Sendesignal auf der einen Seite beim Empfänger der anderen ankommen. Steckt der Link nicht, drehen Sie an einem Ende das Paar um (Polarität tauschen). 3. Stecker verschmutzt: Staub oder Fingerfett auf der Stirnfläche ist eine häufige Ursache. Reinigen Sie die Stecker mit einem geeigneten Faserreiniger (Cleaner-Stift oder Reinigungstuch) und setzen Sie Staubkappen auf, wenn nichts gesteckt ist. 4. Kabel beschädigt: Starke Knicke oder Quetschungen können die Faser brechen. Testweise hilft ein anderes, bekannt funktionierendes Kabel. 5. Modul-Kompatibilität: Manche Switches und Router akzeptieren nur bestimmte Module. Prüfen Sie die Kompatibilitätsliste des Geräteherstellers.

Blicken Sie nie direkt in einen Laserausgang oder in eine Faser, die an ein aktives Modul angeschlossen war. Die Strahlung ist unsichtbar, aber potenziell schädlich für die Augen.

Wenn Sie unsicher sind, welches Modul oder Kabel zu Ihrer Konstellation passt, hilft Ihnen der Fachbetrieb gern weiter. Nennen Sie uns die Typbezeichnung von Modul und Gegenstelle, dann klären wir die Auswahl vor der Bestellung.