Netzwerkkabel verlegen: Welche Länge, welcher Schirm und welcher Kabeltyp für Büro, Homeoffice und Haus – und wann reicht ein fertiges Patchkabel?
Bei einer festen Strecke vom Router ins Büro oder von Etage zu Etage stellt sich meist zuerst die Frage, ob ein fertiges Patchkabel in 10 oder 20 m genügt. Das hängt von der Länge, vom Verlegeweg und davon ab, ob das Kabel später hinter Wänden oder Decken verschwinden soll. Die folgenden Abschnitte helfen bei der Entscheidung und nennen die typischen Fehler, die ich bei Installationen immer wieder sehe.
Wie lang darf ein Netzwerkkabel höchstens sein?
Bei Twisted-Pair-Kabeln mit RJ45-Steckern liegt die Grenze bei 100 m für die gesamte Strecke. Dazu zählen das fest verlegte Kabel, die Patchkabel an beiden Enden und alle Zwischenstücke. Wer ein langes Kabel plant, sollte nicht bis zur Grenze gehen. Als Faustregel rechnet man mit etwa 90 m für die feste Verlegung und lässt den Rest für die Patchkabel an Dose und Switch. Wer die Grenze überschreitet, bekommt keine verlässliche Verbindung mehr. Dann braucht es einen Switch oder ein Medienkonverter als Zwischenstation, oder man weicht auf Glasfaser aus.
Wichtig ist die tatsächliche Kabellänge, nicht die Luftlinie. Wände, Kabelkanäle, Steigschächte und Schleifen kosten Meter.
Wann reicht ein fertiges Patchkabel?
Ein Patchkabel ist für flexible, sichtbare Verbindungen gedacht: Rechner zur Dose, Dose zum Switch, Router zum Access Point im gleichen Raum oder auf kurzer Strecke. Auch ein offen entlang der Fußleiste geführtes Kabel durch den Flur ist eine sinnvolle Patchkabel-Anwendung, wenn es nicht durch Wände gehen muss.
Für solche Fälle passen zum Beispiel das EFB Elektronik Patchkabel Cat.6 S/FTP LSZH 20m oder das EFB Elektronik Patchkabel Cat6A S/FTP LSZH 10m. Beides sind fertig konfektionierte Kabel mit Steckern. Das spart Werkzeug und Crimpfehler, und man kann sie jederzeit wieder abbauen.
Für Strecken, die in der Wand oder unter der Decke liegen, ist ein Patchkabel dagegen die falsche Wahl. Die Stecker sind zu groß für Durchführungen, und das flexible Kabel ist für feste Verlegung nicht gedacht. Zudem lässt sich ein fertiges Kabel kaum nachträglich kürzen.
Wann brauche ich Verlegekabel mit Dosen?
Sobald das Kabel dauerhaft liegen soll, also im Leerrohr, in der Wand, im Kabelkanal oder zwischen Etagen, nimmt man Verlegekabel. Es ist für die feste Installation gebaut und wird an beiden Enden auf Netzwerkdosen oder ein Patchpanel aufgelegt. Von dort geht es mit kurzen Patchkabeln zu den Geräten.
Das hat im Alltag klare Vorteile:
- Die Installation bleibt sauber, und defekte Patchkabel lassen sich einzeln tauschen.
- Man kann Dosen in mehreren Räumen setzen und später umstecken.
- Die feste Strecke kann man nach der Verlegung messen und dokumentieren.
Das Auflegen auf Dosen verlangt etwas Sorgfalt und passendes Werkzeug. Wer es nicht selbst machen möchte, lässt es vom Fachbetrieb erledigen.
Was bedeuten S/FTP und LSZH?
S/FTP beschreibt die Schirmung: Jedes Adernpaar hat eine Folienschirmung, zusätzlich liegt ein Geflechtschirm um alle Paare. Das schützt vor Störungen etwa durch Stromleitungen, Netzteile oder Motoren. Der Schirm wirkt aber nur, wenn er über die Stecker oder Dosen sauber aufgelegt ist. Am besten kombiniert man deshalb geschirmte Kabel durchgehend mit geschirmten Dosen und Steckern.
LSZH steht für „Low Smoke Zero Halogen“, also einen halogenfreien Mantel mit geringer Rauchentwicklung im Brandfall. Er ist vor allem in Gebäuden mit Fluchtwegen, Bürokomplexen und in Kabelschächten üblich. Welche Vorgaben für Ihr Gebäude gelten, klären Sie vor der Planung mit dem Betreiber oder dem Elektrofachbetrieb. Im Eigenheim ist LSZH eine sinnvolle Sicherheitsreserve, aber selten zwingend.
Bei der Kategorie gilt: Cat6A bietet mehr Reserve als Cat6, besonders bei längeren Strecken und künftig höheren Anforderungen. Für ein Homeoffice mit kurzer Strecke genügt Cat6 in der Regel.
Welche Fehler sollte ich beim Verlegen vermeiden?
- Knicke und zu enge Bögen: Sie verändern die Geometrie der Adernpaare und verschlechtern die Übertragung. Kabel großzügig biegen und nie klemmen oder mit Kabelbindern einschnüren.
- Parallelverlegung zu Stromleitungen: Netzwerkkabel möglichst mit Abstand zu 230-V-Leitungen führen. Wenn sich eine Kreuzung nicht vermeiden lässt, kreuzt man im rechten Winkel.
- Zu wenig Reserve: Planen Sie am Ende eine Schlaufe ein. Wer ein Kabel auf den letzten Zentimeter kürzt, hat bei einem Fehler an Dose oder Stecker keine zweite Chance.
- Überlänge ignorieren: Ein zu langes Patchkabel nicht aufrollen und eng bündeln. Lieber locker legen oder ein passenderes Kabel nehmen.
- Außenbereich: Normale Innenkabel sind für Sonne, Feuchte und Frost nicht gedacht. Draußen braucht es ein ausdrücklich dafür vorgesehenes Außenkabel.
Checkliste: Länge messen und Kabel wählen
1. Den realen Verlegeweg mit Maßband oder Schnur abmessen, mit allen Umwegen, Steigungen und Durchführungen. 2. Etwa einen Meter Reserve pro Ende dazurechnen. 3. Liegt die Summe deutlich unter 90 m und bleibt das Kabel sichtbar, genügt ein fertiges Patchkabel. 4. Soll das Kabel in Wand, Rohr oder Decke, nimmt man Verlegekabel mit Dosen. 5. Schirmung (S/FTP) und Mantel (LSZH) nach Umgebung wählen, im Büro und in Schächten eher LSZH. 6. Für den Außenbereich ein Außenkabel verwenden. 7. Nach der Installation jede Verbindung prüfen, bevor die Wand geschlossen wird.
Bei Fragen zur Planung oder zur passenden Kabelart hilft Ihnen der Fachbetrieb gern weiter.